Freitag, 24. Dezember 2010

Ferienzeit und Weihnachtszeit

Jaaaaa. Da melde ich mich nach langer Zeit auch mal wieder. Es ist in letzter Zeit nicht so viel erzaehlenswertes passiert, auch wenn man das kaum glauben mag. Denn es ist hier gerade Ferienzeit. In Deutschland werden die 6 Wochen Sommerferien immer voll ausgenutzt. Man faehrt in den Urlaub oder an den Strand, oder man verabredet sich mit Freunden. Und wenn man mal nen Tag nix macht, schlaeft man wenigstens aus. Das trifft hier auf mich alles ueberhaupt nicht zu. Okay ich war mit meiner Familie fuer ein Wochenende in Viña del Mar, was auch echt superschoen war und darauf komm ich auch spaeter noch mal zu sprechen, aber die anderen Sachen treffen nicht zu. Ich wohne 2 einhalb Stunden vom Strand entfehrnt, und es gibt hier auch keine Angebote wie das "Schuelerferienticket" in Deutschland. Die Freunde arbeiten alle in Ferienjobs, also faellt sich mit Freunden verabreden auch meistens weg. Naja ich verabrede mich schon mit Freunden, aber nicht sehr haeufig, wegen der Ferienjobs ebend. Und ausschlafen kann ich eigentlich auch vergessen, aus dem Grund, den ich schon sehr oft aufgefuehrt hab, meine kleinen Geschwister. Deswegen verbringen ich und meine Familie die meiste Zeit im Haus, mit vorm Computer sitzen, Fernseher gucken, Playstation spielen oder lesen (was eigentlich nur ich bin, ich hab noch keinen lesenden Chilenen hier gesehen).
Das hoert sich zwar alles sehr dramatisch an, aber so ist das chilenische Leben. Das einzige Problem ist einfach bloss das ich mich langweile. Ich werde aber im neuen Jahr dagegen angehen und mir selbst unterschiedliche Reisen organisieren.

Aber jetzt moechte ich kurz auf unseren Wochenendetrip nach Viña del Mar zurueckkommen. Viña ist eine Stadt am Meer, ungefaehr 4 Stunden noerdlich von uns und ich muss zugeben, dass ich mich ein bisschen in diese Stadt verliebt habe. Sie ist anderes als chilenische Staedte und ich denke das Viña mit der Nachbarstadt Valparaiso die einzige Stadt in Chile mit so einer bemerkenswerten Haeuserstruktur ist. Die Haeuser sind an die Huegel gebaut, die die Stadt umgeben und sind quasi halb uebereinander gebaut. Ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll, ich stell nachher noch Fotos rein. Wir haben im Stadtteil Reñaca gewohnt, was so der Touristenstadtteil ist und ein bisschen ausserhalb vom Zentrum Viñas liegt. Es ist eine etwas reichere Gegend und man sah dort mal einen Ford Mustang oder einen Hummer rumfahren, was normalerweise fuer Chile untypisch ist. Wir haben zwar auch nicht viel unternommen sondern eher im Pool rumgefaulenzt, da es fuer den Strand echt ziemlich windig war. Naja und ich hab dann noch mit meinem Bruder und meinem Cousin ein bisschen das Nachtleben Viñas entdeckt. Aber hier erst mal ein paar Fotos:

Viña del Mar

Reñaca

Ausblick vom Apartment


Ausblick ueber Viña

Mein kleiner Bruder Andres und ich im Pool unseres Apartments

von links nach rechts: Schwester Josefina, Bruder Esteban, Bruder Carlos, Cousin Miguel




Mein Cousin Miguel auf einem Rodeobullen

Schwester Josefina, Papá Carlos, Bruder Carlos Ignacio

Cousin Miguel, Bruder Esteban, Ich

Blick ueber Viña


Naja und dann noch etwas ueber die Weihanchtszeit. Hier ist davon eigentlich garnichts zu spueren bei 30 Grad. Es gibt keine besonderen vorweihnachtlichen Rituale oder Dinge wie in Deutschland und deswegen bin ich nicht wirklich in Weihnachtsstimmung heut an heilig Abend. Ausserdem ist die Bescherung auch erst Morgen am 25.

Trotzdem wuensche ich euch allen ein schoenes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Gruesse von Justus

PS: Ich wollte mich entschuldigen das ich auf manche Mail nicht antworte, aber ich bin in meiner Mailadresse nicht sehr oft drin. Trotzdem vielen lieben Dank.

Montag, 22. November 2010

Das Ende der Welt!


Ich denke man koennte den Sueden chiles berechtigt so bezeichnen. Es ist naemlich so das die naechstgelegene Stadt entweder schon in Argentinien ist, oder das 4 Stunden entfehrnte Puerte Natales. Und dazwischen liegt nichts. Und mit nichts meine ich nicht wie im Norden Deutschlands zum Beispiel das du ab und zu nochmal durch so ein kleines 3- Haeuserkaff fahrst. Nein, ich meine wirklich nichts. Es gibt nur die eine Strasse und ansonsten pure Natur. Wer sich jetzt denkt: "Oh wie langweilig!", der liegt da vollig falsch. Es ist einfach unbeschreiblich nur die Natur um sich zu haben.

Um aber nicht alles vorwegzunehmen moechte ich jetzt nocheinmal ganz von vorne Anfangen. Am Mittwoch, den 3. November, brachen wir (Jasmin, eine Austauschschuelerin aus der Schweiz und Ich) auf nach Santiago, um von dort aus um 1:20 in der Nacht nach Punta Arenas, eine Stadt im aeussersten Sueden Chiles, zu fliegen. In Santiago trafen wir noch eine andere Austauschschuelerin aus der Schweiz die in Copiapó wohnt und die auch mit uns nach Punta Arenas geflogen ist.
Wir kamen dann so um 5 Uhr dort an und am Flughafen warteten schon unsere Gastfamilien fuer diese eine Woche. Wir fuhren dann nach Hause, ich dermassen muede, und ich wollte eigentlich nurnoch ins Bett. Meine Mutter zeigte mir nur schnell mein Zimmer und ging und schloss dabei die Tuer vom Zimmer. Das hatte verherende Folgen. Ich wollte naemlich danach noch mal auf Klo, ging zur Tuer, doch sie blieb mir verschlossen. Ich ruettelte ein paar mal und gab es schnell auf mich weiter abzumuehen. Ich klopfte ein paar mal kraeftig an die Tuer und mein Gastbruder kam und fragte was denn los waere. Ich erklaerte ihm meine Lage und er holte ein Messer und seine Mutter zu hilfe, um von aussen die Tuer aufzumachen. Nach ungefaehr 20 Minuten gaben sie auf und der Vater wurde gewegt. Der holte Werkzeug und letzendlich brachen sie das Schloss auf... und das um halb 6 Uhr am Morgen. Daraufhin schlief ich bis 13:00. Ein abenteuerlicher Start in eine abenteuerliche Woche.

Am Nachmittag trafen wir (die beiden schweizer Austauschschuelerinnen, ein deutscher Austauschschueler in Punta Arenas (Jonas), der uns die Familien gesucht hatte, mein Gastbruder und ich uns am Plaza). Als erstes wurde natuerlich ueber mein Erlebnis gelacht. Danach besichtigten wir die Stadt und kuessten den Fuss von der Statue am Plaza. Das sollte jeder machen, denn wenn mans macht kommt man irgendwann wieder zurueck nach Punta Arenas, sagt man. Abends gingen wir Pool spielen und besprachen, wann wir am naechsten morgen nach Puerte Natales aufbrechen wollten. Da wollten wir hin um zum Torres del Paine zu fahren, dem schoensten Ort auf Erden.
Ich stellte fest, das die Chilenen diesen Ort berechtigt so nennen. Es war ueberwaeltigend. Wir fuhren mit einem Kleinbus ungefaehr 1 und ne halbe Stunde, bis wir zum offiziellen Anfang das Nationalparks kamen. Das was wir davor schon gesehen hatten, hatte uns schon umgehauen, aber das was wir im Nationalpark sahen war der absolute Hammer. Ueberall gab es Seen mit tuerkisem Gletscherwasser und im Hintergrund waren immer die Berge zu sehen. Mal fuhren wir ueber ein paar Huegel und ne Stunde spaeter waren wir dann in sowas wie nem Krater (ich weiss nicht wie ich das anders beschreiben soll). Wir waren bei einem Wasserfall und bei einem Riesensee, in dem Eisberge schwammen und man in Hintergrund einen riesen Gletscher sehen konnte. Aber da ich das alles mit Worten eh gar nicht richtig beschreiben kann, moechte ich jetzt ein paar Fotos folgen lassen. Auch diese sind nicht annaehernd so schoen wie die originalsicht, aber sie zeigen ungefaehr wie es war fuer mich da. An dieser Stelle emphele ich jedem, der mal die Strapazen einer laengern Reise auf sich nehmen moechte, in den Sueden Chiles zu fahren!
Da kuessen wir gerade den Fuss.
So ein Tier, das typisch fuer eine Hoehle in der Naehe von Puerte Natales ist. Bei der Hoehle waren wir uebrigens auch.

Das war das was wir auf der Fahrt von Punta Arenas nach Puerte Natales gesehen haben.

...Und die folgenden Bilder sind alle vom Torres del Paine.

Wilde Lamas.



Unser Minibus. Es waren noch drei Asiaten, ein Kanadier und einer aus Santiago mit uns auf der Tour.










Und ein Gruppenfoto... ich mache gerade das Foto. Von links nach rechts: Jonas (deutscher Austauschschueler in Punta Arenas), Carmen (schweizer Austauschschuelerin in Copiapó), Jose Luis (Freund von Jonas aus P.A., Sebastian (Freund von Jonas und mein Gastbruder fuer die eine Woche) und Jasmin (schweizer Austauschschuelerin in meiner Stadt)
Die restliche Woche waren wir noch in Punta Arenas, haben uns verschiedene Stellen der Stadt angeguckt, zum Beispiel einen Berg mitten in der Stadt von dem man die ganze Stadt ueberblicken kann oder das Casino, und wir waren an einem Platz, wo es ein Dorf aus dem 17. Jahrhundert gab, das vollstaendig und original erhalten war.
Alles in allem war es ein supertolles Erlebnis und ich wuerde sofort wieder nach Punta Arenas gehen, wenn ich die Moeglichkeit haette.

Liebe Gruesse Justus

Sonntag, 24. Oktober 2010

chilenischer Fussball

Da bin ich mal wieder.
Ich spiele seit zwei Wochen Fussball im Schulteam meiner Schule und hatte gestern ein Match gegen eine andere Schule aus meiner Stadt.
Ich moechte am Anfang gleich mal sagen, das es den meisten Leuten in Chile echt nur ums FussballSPIELEN geht, und nicht wie in Deutschland auf das kleinste Detail des Regelwerks geschaut wird bevor man spielt. Es war zum Beispiel so das es keine Linien gab. Oder besser gesagt, es gab schon welche, aber die wurden vor ungefaehr zwei Jahren das letzte mal gezogen und so konnte man nur an einer Stelle ein kleines Haeufchen von Kreide sehen. Aber ich war schon ueberrascht das sie den Rasen gemaeht hatten. Als wir naemlich 2 Wochen vorher darauf trainiert hatten stand noch ziemlich viel und hoch Gras.
Aber naja, man konnte auf dem Feld trotzdem Fussball spielen. Dann ging das erste Spiel der aeltern die vor uns gespielt haben los. Nebenbei gesagt haben beide Teams mit weissen Trikots gespiel. Das hat aber keine gestoert.
Ich hatte mir chilenischen oder suedamerikanischen Fussball nicht so hart wie den europaeischen Fussball vorgestellt, sondern das mehr micht Technik gespielt wird. Da lag ich aber falsch. Es ging naemlich ziemlich zur Sache. Ich will an dieser Stelle schonmal sagen, das ich eine Schienbeinprellung habe und mein grosser Zeh am rechten Fuss warscheinlich ein bisschen gestaucht ist. ;)
Aber um wieder zum Spiel zu kommen. Die zweite echt komische Sache war, das eim Spiel auf dem Spielfeld ein Strassenhund mit rumgelaufen ist. Alle haben sich zwar geaergert, aber keiner hat wirklich etwas dagegen unternommen diesen Hund vom Spielfeld zu scheuchen... unvorstellbar im Vereinsfussball in Deutschland. ;)

Da ich das echt so witzig fand, musste ich das einfach festhalten. Das habe ich leider nur mit meiner 1,3 Megapixel Handykamera machen koennen. Wundert euch nicht das es so eine schlechte Qualitaet ist.




Am Schluss hatte er keine Lust mehr und hat sich zu uns an die Seitenlinie gelegt.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Fruehling?!

Halli Hallo,

nun schreibe ich auch mal wieder, uebers letzte Wochenende. Ich bin mit meiner Familie nach Puente Negro gefahren. Das ist ein kleiner Ort in der naehe, nicht sehr huebsch, aber er hat einen Fluss. Da es am Sonntag ziehmlich warm war (28 Grad) war baden da das richtige. Wir sind ein bisschen ausserhalb des Ortes gefahren, wo wir ganz allein waren und das Wasser sauberer ist. Ich bin nur einmal kurz reingehuepft, da das Wasser sehr kalt und auch nicht ganz sauber war. Der Fluss war nicht so der Hammer und ich werde dort auch nicht wieder baden gehen, dafuer ist die Landschaft aber um so schoener. Hier ein paar Fotos:




Das hat ein bisschen was vom wilden Westen finde ich ;)

Ja und am Abend waren mein Bruder und ich noch bei Freunden. Dazu kann ich nur eins sagen: es war superlangweilig. Schlafen konnte ich leider auch nicht, da das Haus von dem Freund nur noch zu einem viertel vorhanden ist (durh das Erdbeben) und ich mich deshalb in dem Zimmer von dem Freund aufhalten musste, in dem die anderen noch lautstark bis um 4 oder 5 in der Nacht gequatscht haben und ich deswegen gefuehlte 2 Stunden geschlafen hab.

Am Montag hatten wir keine Schule und ich habe mich mit 3 anderen Austauschschuelern getroffen, einem Maedchen aus meiner Stadt (aus der Schweiz) und zwei aus einer Nachbarstadt Namens Santa Cruz ( einem Jungen aus Italien und einem Maedchen aus Thailand). Das war sehr lustig und ein schoener Abschluss von einem langen Wochenende.
Am Donnerstag hab ich wieder keine Schule, weil meine Klasse den ganzen Tag einen Test schreiben wird den ich nicht mitschreiben muss. Diesen Tag werde ich nutzen und nach Rancagua fahren, um mich nach einer neuen Kamera umzusehen, da meine Kamera letztes Wochenende im Zug von Santiago nach San Fernando leider geklaut wurde. :/

Hasta luego
Justus

Freitag, 8. Oktober 2010

Bin auch hier! ;)

Halli Hallo,
es ist zwar schon einige Zeit vergangen, aber ich habe mich jetzt auch entschieden einen Blog zu schreiben, weil ich langsam ein schlechtes Gewissen bekomme, weil man so wenig von mir hoert in Deutschland. :)


Also... wo soll ich anfangen. Ich bin jetzt ein bisschen laenger als zwei Monate hier und das Leben normalisiert sich langsam. Ich koennte jetzt 10 Seiten ueber meinen normalen Alltag schreiben. Das wuerde dann aber nach den ersten 3 Seiten langsam langweilig werden. Deswegen fasse ich mich kurz.

Ich wohne in San Fernando, einer Stadt 2 Stunden suedlich von der Hauptstadt Santiago. Ich habe vier Geschwister, 3 Brueder und eine Schwester. Es ist eine sehr nette und herzliche Familie die ich sehr gerne hab, die aber ab und zu auch sehr anstrengend seinn kann (ich meine damit meine kleinen Geschwister).
Ich hatte hier auch schon einige wirzige, aber auch erschreckende Erlebnisse. Da ich blonde Haare habe falle ich hier sehr auf, denn in Chile hat nahezu niemand blonde Haare. Deswegen ist es schwer durch die Stadt zu gehen, ohen angestarrt zu werden. Manchmal wird mir hier auch "russio" hinterhergerufen. Aber das ist noch ganz normal. Was ich schon ein bisschen krass fand war, als ich mal mit der Handykamera gefilmt wurde. Soetwas nervt mich ein bisschen, aber ich versuche das zu ignorieren.

So ich muss jetzt leider Schlussmachen, da ich morgen frueh aufstehen muss, weil ich mich entschieden habe fuer meine Schule Fussball zu spielen... und das um neun Uhr am Morgen.

Ein anderes mal mehr. Liebe Gruesse Justus